Startseite | Kontakt | Logbuch | Haftungsausschluss | Sitemap | Impressum

Weinkäufe, Sterbfälle, Freybrieffe

Hier


finden Sie Kopien von
Eheverträgen, Weinkäufen, Sterbfällen, Frei- und Wechselbriefen
aus den Jahren von 1648 bis 1815
betreff den
eigenbehörigen Zweitägerhof KAMMERTÖNS in Sende.

Ehekonsense bzw. Weinkäufe konnten überraschend kurze, aber bei komplizierten Fällen auch sehr ausführliche sein. Heuerlinge hatten wenig Besitz und von daher auch kein Interesse, etwas zu regeln. Anders war es bei der 2. Heirat auf großen Höfen, wenn z. B. der Ehepartner aus seiner ersten Ehe noch Kinder mitgebracht hatte, oder sich die alten Leute trotz der Heirat des Kindes die Wirtschaft auf dem Hof vorbehalten wollten usw.




19.12.1650


Rentrechnung, Weinkäufe

Elsche Cammer Tönnies kombt auff Henrich Ebbinghausen Kottstette - 15 Rtlr.

Akte 2404, Seite 145, 31 und 146

1692


Rentrechnung, Herbstgericht, Weinkäufe

Tonnieß Cammer beweinkaufft die von Ihme auf erhaltene gnedige Bewilligung erbaute überschlägige Bockemühle, gibt 5 Rtlr.

Akte 2352, Seite 34

Nach oben

1705


Rentrechnung, Freybrieffe

Steffen Hülßeweh von Cordt Hüßeweh und Margaretha Kammertönnies ehelig geboren (gibt) 5 Rtlr. (für den Freibrief)

Akte 2444, Seite 31 v

Nach oben

1731


Otto Liemeke mit seiner Frauen Elisabeth Cammer kombt vermöge eines Vergleichs auf auff Schmelters 2tägers Statte und gibt er - 20 Solvit.
Die Frau gleichfalß - 20.
Den 21, July 1731 als bey der Cammeral Session determiniert

Randvermerk: Cammertöns solvit ...

Akte 1171, Seite 50

Nach oben

1734


Rentrechnung, Herbstgericht, Freybrieffe

Elisabeth Cammer, von Anton Cammer und Cathrina Riwe auf Cammertöns Hoffe in Hochgräflich Rittbergischem Eigenthum ehelich geboren, tritt in Marienfeldsches Eigenthumb und kombt auf Kleykamps Stätte gibt pr Manumissione - 21 Rtlr.

Akte 2493, Seite 65

Nach oben

1735


Rentrechnung, Frühlingsgericht, Sterbfälle, Sende

Johann Christopffel Cammertönnies obijt, Hergewedde dem Sohn Johan Herm, Nachlaß 3 Pferde und ein Füllen, 3 Kühe, 2 große Rinder, 2 Rinder, 2 Schweine, redimirt mit - 50 Rtlr.

Akte 2487, Seite 88 alt

Nach oben

1736


Rentrechnung, Frühlingsgericht, Weinkäufe, Sende

Johan Heinrich Darming kombt nach Cammertönß Statte duceno viduam zu 23 Jahren, weil der Anerbe ein Jahr alt, gibt Weinkauf - 18 Rtlr.

Akte 2488, Seite 76 alt

Nach oben

9.8.1749


Kanzleiprotokoll:

Nachdem diese sehr gute Cammer Tönnies Zweytägers stätte bishero bey der Wittiben Zeiten in einen starken Verfall gerathen, und dann derselbe auf die Elocation dieser Stätte angetragen worden, alß sind heute die beyde angeordnete Vormünder Landrichter Müller und Hermann Kutscher zu Verll nebst denen übrigen rechten Anverwandten Antfänger, Subconductorn zur Holte Kutscher, Colono Hascheneick und Scriptis sich erkläret hat, bey der Cameral Session erschienen, und haben angezeiget, wasmaßen zwar, weil das Erbe nicht mit schweren Schulden belastet wäre, dessen Elocation nicht nötig wäre, da aber der Anerbe Anton allererst 15 Jahre alt, mithin bis zu dessen Großjährigkeit das Erbe unterhalten zu können zu hart wäre, folglich die respective Vormünder und Anverwandte am dienlichsten hielten, dass dem zweyteren Sohn Christoff, welcher schon 20 Jahre alt und sonst zur Haushaltung sehr gut schiene, das Erbe würklich überlassen würde, dergestalten, dass er dem obgemelten Anerben Anton für den Abstand des Anerbenrechts intuitu dieser sehr guten Stätte 50 Rtlr. Praeter dotem ordinariam bezahlete, und zwar solche über 2 Jahren zu Händen deren obgemelten Vormündern baar liefferte, so dann demselben alß einem Sohn am Erbe bis zur Verheyrathung in Schul und sonsten unterhielte, sogleich der Mutter die Leibzucht nach Landesgebrauch angewiesen würde, bahten dannenhero inständigst, dießen Abstand des Anerbrechts gutsherrlich zu confirmiren.
Beschluß
Weilen die Vormünder und übrigen Cammertönschen Anverwandten dießen Abstand des Anerbrechts für dienlich befunden, der Anerbe selbst auch friedig ist, alß wird solcher hiermit gutsherrlich confirmieret, da dann dem Sohn Christopher alß Cessionario hiermit würklich das Erbe abgetretten, und überlassen wird, auch der Mutter dir Leibzucht angewiesen werden soll.
Wobey aber diesem neuen Colono hiermit auferleget, dem gewesenen Anerben fordersamest neue Kleider zu verschaffen, anbey baldest möglichst das Fluhder an der Nolden Holt beym Schling in stand zu setzen, wie es ihm wird angewiesen werden, so dann künfftighin sich des Walles von dem Schlingbaum bis an Fausewehs Meer gäntzlich zu enthalten, maßen solcher zur Holte gehörig ist.

Randvermerk: Cammertonnies Erbe Cession

Akte 388, Seite 77

Nach oben

1751


Rentrechnung, Frühlingsgericht, Weinkäufe, Sende

Gertrud Antfang, dessen Vater Hochgräflicher Jäger gewesen, komt nach Cammertöns 2tägers Stätte und heyrathet den Sohn Christoffel, welchem der jüngere Sohn sein Anerbrecht cedirt hat, der Weinkauf ist dießmal citra tamen consequentiam nur angesetzt zu 16 Rtlr.

Akte 2532, Seite 79

Nach oben

4.5.1754


Kanzleiprotokolle:

Nachdem die Eheleute Coloni Mickenbecker jüngstens beyde und zwarn ohne Kinder verstorben sind, folglich das Erbe mit allem Vieh, Mobilien und Kornfrüchten der gnädigsten Herrschaft angefallen; so hat man heute den Johann Herman Cammertönies und dessen Brauth Catharina Maria Verllsteffen solches Erbe in dem Stande wie es jetzo ist, sambt Vieh und allen Zubehörungen ex novo gratia derogestalt erblich übertragen, dass sie den Sterbfall wegen derer abgestorbenen Colonorum mit 120 Rtlr. und den Weinkauff ad 40 Rtlr. in die Hochgräfliche Renthcammer bezahlen und darneben die an dem Erbe haftende passiv-Schulden abführen, dahingegen activa einfordern sollen.
Colonus Verllsteffen gelobet der Braut nebst allen obigen Brautschatz 40 Rtlr. jährlich auf Martini mit 5 Rtlr. zu bezahlen, sodann Ehrenkleid und Brautwagen, auch 2 Kühe, 3 Rinder zu liefferen.
Colonus Cammertönies gelobet gleichfalls ohne obiges alles; was er an Sterbfall und Weinkauf zahlen müsse, seinem Bruder, weilen er dem Erbe ehrliche Dienste gethan hätte, noch 30 Rtlr. an Gelde jährlich umb Martini mit 10 Rtlr. zu bezahlen, sodann 2 Kühe, 1 Rind, Ehrenkleid und Brautwagen zu liefern.

Randvermerk: Mickenbeckers Stätte

Akte 389, Seite 26

Nach oben

1760


Weinkäufe

Catharina, eine Tochter von Cammertöns 2tägers Stätte, ist gekommen nach Helfthewes Eintägers Stätte heyrathend daselbst den Colono Viduo Heinrich zu … Colonie Jahren, weil der Anerbe … Jahre alt;
Der Weinkauf ist angesetzt von Herrn Regierungs Räthen zu 6 Rtlr.
Vide R. 1263 pag 59

Akte 1545, Seite 105 neu

Nach oben

8.10.1763


Kanzleiprotokoll:

Colonus Helffthewes hat vor 3 Jahren in die 2te Ehe geheyrathtet Anna Catharina Cammertönnies zu 14 Colonie Jahren, weil der Anerbe Johan Herman 10 Jahr alt gewesen sein solle, dieserhalb muß Cammertöns bezahlen zum Weinkauf – 6 Rtlr.

Randvermerk: Helff Thewes Stätte Beweinkaufung

Akte 2233, Seite 4

Nach oben

1765


Abstellung der Sterbfälle nach dem 7jährigen Krieg

Catharina Maria Cammertöns obiit, Gerade der Tochter Elisabeth; Nachlaß an Vieh
vide Leibzuchts Verschreibung.
Akte 1643, Seite 102v, Nr. 43

Nach oben

10.10.1767


Kammerprotokoll:

Anton Cammertöns heirathet die Elisabeth Westerschwienstert auf die Hüßeley.
Colonus Casmmertöns gelobet dem Sponso 30 Rtlr jährlich um Martini mit 10 Rtlr. Zu bezahlen, sodan 2 Kühe, 2 Rinder, Ehrenkleid und landsittlichen Brautwagen sucessive zu entrichten.
Colonus Schwienstert gelobet der Braut zu Brautschatz 40 Rtlr. jährlich Termino Martini mit 4 Rtlr. zu bezahlen, sodan 2 Kühe, 3 Rinder, ein Ehrenkleid und landsittlichen Brautwagen sucessive zu liefern.

Akte 401, Seite 59

Nach oben

23.7.1784


Kammerprotokoll:

Auf verlassene Verabladung erschiene der Colonus Kammertöns, und nachdem demselben die gnädigste Entschließung Seiner Hochfürstlichen Durchlaucht unseres gnädigsten Fürsten und Herrn, Inhalts Rescripti de dato Wien den 2ten Julius 1784 in Betreff der Mitaufsicht in der Waldung zur Holte gegen die demselben gnädigst zugebilligte Remuneration a jährlich 15 Rtlr., sodann die Befreyung von denen jährlich zu praestirenden 10 Handdiensten wie auch von dem zu zahlenden Kopfschatz ist bekannt gemacht worden; so erklärte sich derselbe, dass er gegen die ihm gnädigst zugelagte Remuneration deren 15 Rtlr. wie auch Befreyung der jährlichen 10 Handdinsten und Erlassung des auszuschreibenden Kopfschatzes, die Mitaufsicht in der Herrschaftlichen Waldung zu Holte übernehmen und solche täglich zu gewissen Stunden visitiren wollte, weshalb denn derselbe heute wegen treuer Verrichtung diese Mitaufsicht gewöhnlicher maßen in Eid und Pflichten ist angenommen worden.

Akte 403, Seite 164

Nach oben

29.4.1785


Kammerprotokoll:

Johann Christophel Maaßfauseweh heyrathet mit Bewilligung des Coloni, seines Vaters, die Miriam Theresiam Kammertönnies, und wollte der Vater der Kolonie seines Erbes noch zur Zeit als Colonus vorstehen, inmittelst die jungen Leute als Sohn und Tochter das Erbe beste befördern helfen; wenn sie sich aber miteinander in einer Hauswirthschaft nicht vereinigen könnten, so wolte er Vater die landesgewöhnliche Leibzucht sich anweisen lassen und beziehen. Der Colonus Kammertöns gelobet, der Brauth, seiner Schwester, 200 Rtlr. an Gelde, wovon sofort 100 Rtlr. bezahlt werden sollten, die übrige 100 Rtlr. aber wollte er innerhalb 3 Jahren entrichten, so dann überdies eine gespreitetes Bette nebst dem Bettspanne, und ein Beschluss, auch das Ehrenkleid sofort zu lieferen, verspricht.

Randvermerk: Maasfauseweh Erbe Besetzung in Sende

Akte 403, Seite 188

Nach oben

7.10.1785


Kammerprotokoll:

Colonus Kammertöns heirathet die Anna Maria Müller zu Verl.
Colonus Müller zu Verll gelobet der Brauth seiner Tochter zum Brautschatz an Gelde 40 Rtlr. sodann 1 Pferd, 3 Kühe, 1 Rind, Ehrenkleid und Brauthwagen alles sofort zu bezahlen und respective zu liefern.

Akte 403, Seite 205

Nach oben

4.4.1788


Kammerprotokoll:

Ferdinand Anerbe dieser Stätte heirathet die Miriam Catharinam Kammertönnies.
Der Colonus Kammertönns gelobet der Brauth, seiner Schwester, zum Brautschatz an Gelde 30 Rtlr. sodann 2 Kühe, 1 Rind, Ehrenkleid und Brauthwagen, da aber diese Gelobung auf einen Halbspännigen Meyerhofe nicht hinlänglich wäre, so verspricht derselbe die abgängige 44 Rtlr. nebst den übrigen Gelobten sofort zu bezahlen und mitzugeben.

Randvermerk: Müller zu Verll Erbe Besetzung

Akte 404, Seite 26 v


(Staatsarchiv Münster, Akten der Grafschaft Rietberg, altes Register XXVI, 3, 1-18)


Nach oben